Autor Thema: Welche Kräuter bei Pilz?  (Gelesen 5641 mal)

Marengo

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Welche Kräuter bei Pilz?
« am: 2 November 08 23:26 »
Hallo liebe Forummitglieder,

leider hat mein Friese seit Jahren ein hatnäckiges Hautproblem. Als ich ihn kaufte, hieß es, dass es bis zu 4 Jahre dauern könnte, bis man den Pilz in den Griff bekommt :-[ :-[.  Er bekommt alle 1/2 Jahre eine Pilzimpfung. Es wird auch über die Jahre (mittlerweile 2) immer besser, aber ich möchte nun auch mal versuchen mit Kräutern auf die Krankheit einzuwirken, ihm es alles ein wenig leichter zu machen. Leider weiß ich nicht genau, welche Kräuter ich füttern soll, bzw. welche wirklich hilfreich sind und den Körper nicht anderweitig strapazieren.

Könnt ihr mir helfen?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen!
lg

christa

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Re: Welche Kräuter bei Pilz?
« Antwort #1 am: 3 November 08 13:02 »
Hallo liebe Marengo,

Pilze leben überall in unserer Umwelt. Im Erdboden, im Mist, an Putzutensilien, auf Pferdedecken, auf dem Sattel, im Pferdestall, usw. Deswegen reicht es grundsätzlich nicht aus pilztötende Substanzen zu verwenden.Wenn das Milieu im Organismus des Pferdes nicht verändert wird, dann findet der Pilz immer und überall Möglichkeiten das Pferd zu attackieren. Ganz allgemein kann man sagen, dass Pferde mit einem geschwächten Immunsystem leichter von Pilzen befallen werden. Auch tägliches übertriebenes Waschen mit tensidhaltigen Waschmitteln, wie z.B. handelsüblichen Shampoos, können Hautpilz auslösen. Ein Pferd muss überhaupt nicht gewaschen werden. Die Natur sorgt dafür, das Haut und Haar sich von selbst reinigen. Gegen gelegentliches Waschen mit einem milden Babyshampoo ist allerdings nichts einzuwenden. Hautpilz kann auch ausgelöst werden durch eine falsche Fütterung. Zum Beispiel durch übergroße Mengen von Silage und Getreideprodukten. Diese übersäuern den Organismus des Pferdes sehr stark. Auch Stress, verursacht durch falsche Behandlung oder falsche Haltung, schwächt das Immunsystem und kann unter anderem auch Hautpilzerkrankungen fördern.

Die innerliche Behandlung bei Hautpilzerkrankungen

    * Grundsätzlich sollte eine Darmsanierung vorgenommen werden. Bei einmaligen Pilzerkrankungen reicht es, wenn Milchsäurebakterien dem Futter beigegeben werden. Zum Beispiel das Kanne Fermentgetreide. Dies gibt man 6 Wochen bis 12 Monate, je nachdem wie hartnäckig der Pilz ist. Bei immer wiederkehrenden Pilzerkrankungen fängt man mit kolloidalem Silber an. 3 mal täglich 30 ml (mit 25 ppm) auf die Zunge spritzen oder man gibt täglich ca. 90 ml kolloidales Silberwasser in das Trinkwasser. Dies wirkt pilzabtötend, insbesondere im Magen-Darm-Trakt. Diese Kur sollte circa 4 Wochen durchgeführt werden. Danach wird die Darmflora mit Milchsäurebakterien wieder aufgebaut, auch wieder für 6 Wochen bis 12 Monate, je nachdem wie hartnäckig die Pilzerkrankung in der Vergangenheit war.

    * Um den Hautstoffwechsel zu aktivieren, gibt man dem Futter folgende Kräuter bei: Labkraut oder Löwenzahn oder Mariendistelkraut, Bärlauch oder Knoblauch und auf jeden Fall auch Goldrutenkraut. Pro Kraut gibt man ca. 20-30 Gramm pro Tag, je nach Pferdegröße. Insgesamt verwendet man also 3 verschiedene Kräuter pro Tag. Eine Kräuterkur sollte für 6 Wochen angelegt sein.

Die äußerliche Behandlung bei Hautpilzerkrankungen

    * Konventionell behandelt verwendet man meistens Waschlösungen mit dem Namen Ivamerol oder Mycophyt. Diese erhält man in der Apotheke oder direkt beim Tierarzt.

    * Es gibt aber auch noch andere Mittel aus dem naturheilkundlichen Bereich, die zuverlässig Pilze abtöten. Zum Beispiel Obstessig. Man stellt eine Mischung aus 2/3 Wasser und 1/3 naturreinem Obstessig her und wäscht das komplette Pferd täglich 3 Wochen lang damit ab. Obstessig tötet alle Pilzarten und auch Bakterien ab. Außerdem wird der ph-Wert der Haut dadurch optimiert. Obstessig sollte nie pur verwendet werden für die Haut.

    * Weitere Mittel gegen Pilze sind verdünntes Teebaumöl, kolloidales Silberwasser oder verdünntes Grapefruitkernextract. Diese Mittel kann man alle äußerlich anwenden. Sie werden fast immer gut vertragen. Wichtig ist, diese Mittel täglich anzuwenden für 3 Wochen am Stück und das ganze Pferd damit zu waschen.

    * Bitte denke daran, dass Dein Pferd im Winter nur komplett abgewaschen werden darf, wenn es hinterher in einem Solarium vollständig abtrocknen darf. Ist kein Solarium vorhanden, kann man im Winter darauf verzichten das Pferd vollständig abzuwaschen. Es können dann die einzelnen Hautpilzbezirke mit den entsprechenden Lösungen eingesprüht oder abgetupft werden. Bei großflächigen Hautpilzerscheinungen kann man nach der Behandlung eine Decke überlegen, die man in der Waschmaschine kochen kann.

Weitere äußerliche Maßnahmen

Der Sattel, alle Putzutensilien und alle anderen Gegenstände mit den das Pferd Kontakt hat, sollten mit Obstessigwasser abgewaschen oder eingelegt werden. Man kann auch eine 3% Formalin-Lösung aus der Apotheke verwenden. Alle Satteldecken und Abschwitzdecken sollten mindestens bei 60 Grad eine Stunde in der Waschmaschine gewaschen werden oder in Obstessigwasser 1 Stunde eingelegt werden.

Die Fütterung

Wichtig ist auch eine pferdegerechte Fütterung und Haltung, damit das Immunsystem des Pferdes nicht weiter geschwächt wird. Außerdem ist es sinnvoll 3 Monate lang auf sämtliche Getreideprodukte zu verzichten, wenn das Pferd immer wieder unter Hautpilz leiden sollte. Auch auf Silage sollte verzichtet werden.

Viele Grüße und alles Gute

Christa Malcher (THP für Pferde)
« Letzte Änderung: 4 November 08 14:49 von christa »